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Bild: Beni Fotolabor
Bild: Beni Fotolabor

Nathans Tod in Jerusalem (UA)

Ali Jalaly Ensemble
ein israelisch-palästinensisches Dilemma

Inhalt

Juden und Araber, die wie eine Herde auf einen Abgrund zulaufen, ohne Führung in Gefahr hinunterzuspringen ... ein israelisch-palästinensisches Dilemma. “Nathans Tod in Jerusalem“ ist ein hartes, grausames, groteskes, brutales und poetisches Stück, weil es harte, grausame, groteske, brutale und poetische Gegebenheiten schildert - entstanden aus einer Kette von blutigen Missverständnissen, die Jahrtausende zurückreichen.

„Warum willst du einen Israeli töten?
Warum willst du einen Palästinenser töten?
Sie töten uns und wir töten sie, sonst nichts.
Das ist eine Art Spiel!“

Erzählt wird die neuere Geschichte Palästinas, die hier 1948 mit der Ankunft der Juden nach dem Holocaust und der Vertreibung der Palästinenser aus dem von ihnen bewohntem Land beginnt und mit den Selbstmordattentaten unserer Tage endet. Dieser Wahnsinn und die daraus resultierende Angst münden in einer Sprachverwirrung, mit der Versöhnung und Verständigung als Utopie erscheinen. Vor diesem aktuellen Hintergrund reflektiert „Nathans Tod in Jerusalem“ sowohl die gesellschaftliche Lage in dieser Region, wie auch die existenzielle Frage nach der Bedeutung von Heimat. Der Parteinahme für die eine oder andere Seite stellt das Stück das Schicksal des Einzelnen gegenüber.

Sehnsucht, Verlust, Trauer und Freude über den wiedergefundenen Sohn sind Momente, die das Leben von Jalalys Bühnenfiguren kennzeichnen. Es sind Momente im Leben aller Menschen. In dieser Reduktion aufs Individuelle ist „Nathans Tod in Jerusalem“ politisch und philosophische zugleich. Politisch durch den aktuellen Diskurs sozialer Geschehnisse; philosophisch durch die Suche nach Menschlichkeit.

Während Lessings Nathan also noch mittels der Ringparabel über die Gleichwertigkeit der drei Weltreligionen (Judentum, Christentum und Islam) für den Humanismus als Credo der Aufklärung eintritt, spiegelt „Nathans Tod in Jerusalem“ den Verlust dieses Glaubens im alltäglichen Konflikt. Ganz im Sinne der negativen Dialektik Adornos ist Humanität nur noch in ihre Abwesenheit erfahrbar.

Der in Köln lebende Autor und Regisseur Ali Jalaly (im Iran ein Theaterstar, mit Regiepreisen dort wie in Deutschland mehrfach ausgezeichnet) thematisiert in seinen Stücken und Inszenierungen Toleranz, die Chance auf ein friedliches Zusammenleben und vor allem den Dialog zwischen den Kulturen. Bekannt wurde seine Arbeit insbesondere durch „Barfuß Nackt Herz in der Hand“, das den 1. Preis im Rahmen von "Theaterzwang" (1998) und den Landespreis von Baden-Württemberg für Volkstheaterstücke (1999) erhielt. Dass dieses Stück bis heute im Repertoire vieler Bühnen zu finden ist, stellt einmal mehr die Aktualität der Thematik unter Beweis.

Pressestimmen

Zwei Ringe in Flammen von ARNDT KREMER
KSTA, 27.09.05

"... Diese Inszenierung zeigt, was politisches Theater leisten kann. Denn was die Medien nur mit informativer Distanz vermitteln, ist hier, an menschlichen Schicksalen, nahe liegend und nahe gehend in Szene gesetzt. Ein Geheimtipp, auch für Schulklassen." http://www.ksta.de/html/artikel/1125645209037.shtml


Karussell der Ideologien von THOMAS LINDEN
KR, 28.09.05

"... Alles ist in Ali Jalalys ausbalanciertem Text enthalten, was zum Konflikt zwischen beiden Volksgruppen zu sagen wäre."


Zwischen Hitler und Haifa - Aufführung des Monats von SE, Kölner Illustrierte, 11/05

"... Aufführung des Monats ... brillante Dersteller."


Nathan darf nicht sterben! von VERA FORESTER
theaterkompass.de, 29.09.05

"... Ballade von der neueren Geschichte Israels/Palästinas ... ein interessantes, dichtes Stück, mit einem liebevollen Blick auf die Einzelschicksale ... ein wichtiges Stück, ein wichtiger Theaterabend, dem eine große Verbreitung zu wünschen ist."


Lessingtage: Die Bühne wird zum Kriegs-Schauplatz von ANDREAS KIRSCHKE
Sächsische Zeitung, 12.02.07

"... Was ist Heimat? Und was Identität? „Ich bin Opfer.“ „Ich bin mehr Opfer.“ „Opfer ist mein Monopol.“ Wuchtig und brutal konfrontiert das Stück mit Schicksalen. Es ergreift keine Partei. Es fragt nicht nach Schuld. Es sühnt nicht. Es belehrt nicht. Doch es klagt an. „Wo ist meine Erde?“ „Wo ist mein Dorf?“ „Ausradiert! Ausradiert!“... "

Hinweis

Eingeladen zu den 46. Kamenzer Lessing-Tagen 2007

Text (verantw.):

Karsten Schönwald

http://www.alijalaly-ensemble.de

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Autor

Ali Jalaly nach dem Roman "Rückkehr nach Haifa" von Ghassan Kanafani (Deutsche Übersetzung von Hartmut Fähndrich; Basel, Lenos Verlag, 1986. Lenos Pocket 1992)

Regie

Ali Jalaly

Schauspieler

Marion Minetti, Dorothea Förtsch, Carlos Garcia Piedra, Waldemar Hooge

Bühnenbild

Holger Hanewacker

Mitwirkende

Marketing/Design: Karsten Schönwald Regieassistenz: Melanie Kleinsorg

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