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Bild: Nagmeh Alaei & Bernd Reheuser. Foto: duema media
Bild: Nagmeh Alaei & Bernd Reheuser. Foto: duema media

OLEANNA

Theater der Keller
Der Professor und seine Studentin. Ein Machtspiel. - Solidaritäts-Gastspiel des Wolfgang Borchert Theaters, Münster

Inhalt

Es beginnt harmlos, alltäglich: Die junge Studentin Carol hat Angst durchzufallen. Sie wendet sich an ihren Professor. John, ein arrivierter Intellektueller steht kurz vor der Ernennung zum Professor auf Lebenszeit, will für seine Familie ein Haus kaufen. Und er ist hilfsbereit. Er möchte Carol ihre Angst nehmen, sind ihm doch gerade Fragen zu Sinn und Zweck höherer Bildung eine persönliche und fachliche Herzensangelegenheit. Doch Carol fühlt sich auch von diesen Ausführungen überfordert – sie versteht weder seine Fremdwörter noch seinen provokanten Witz. Carol versteht nur ihre Unterlegenheit – was fatale Konsequenzen hat.

Ein Machtspiel entsteht. Ein Spiel mit der Macht des Wortes. Bis es eskaliert. Schließlich steht der Vorwurf der sexuellen Nötigung im Raum. Ist Johns Karriere dahin? Wer ist Opfer, wer Täter? Das scheinbar sichere Leitsystem der political correctness gerät ebenso wie die existierenden Machtstrukturen ins Wanken . . .

David Mamet inszenierte die Uraufführung 1992 in New York selbst, die das Publikum polarisierte: Feministinnen störten mehrfach die Aufführungen, Machos applaudierten ihrem Spiegelbild auf der Bühne. In den Zeiten von political correctness verändern nicht Taten, sondern Worte die Welt. Auch 20 Jahre nach der Entstehung des Stücks hat OLEANNA nichts an Aktualität und Relevanz eingebüßt.

Das Wolfgang Borchert Theater aus Münster greift dem finanziell angeschlagenen Kölner Theater Der Keller unter die Arme. Verabredet wurde zwischen beiden Häusern ein Solidaritäts-Gastspiel von David Mamets OLEANNA , das der Ex-Keller-Chef (1997-2006) und jetzige Borchert-Intendant Meinhard Zanger Ende Januar in Münster erfolgreich auf die Bühne brachte. Am 7. März 2013 fand die umjubelte Premiere in der Kleingedankstraße statt. Bis Anfang Mai werden insgesamt zehn Vorstellungen gespielt. Die vorletzte Aufführung ist am heutigen Samstag, den 20. April, um 20 Uhr. Die letzte findet am Freitag, 3. Mai, 20 Uhr statt.

Mit Zanger kehren auch sein langjähriger Protagonist Bernd Reheuser und die junge Schauspielerin Nagmeh Alaei an den Keller zurück. Sie liefern sich in David Mamets Machtspiel ein furioses Wortduell. Bernd Reheuser ist dem Kölner Publikum in vielen Rollen in Erinnerung, vor allem aber als „Der Freigeist“. Zangers Inszenierung der Komödie aus der Feder des französischen Starautoren Éric-Emmanuel Schmitt erhielt 2000 den Kölner Theaterpreis. Nagmeh Alaei ist ein echtes Keller-Gewächs. Sie besuchte von 2006 bis 2010 die Keller-Schauspielschule und wurde für ihre Darstellung der jungen Hannah Arendt 2009 mit dem PUCK, dem Preis für den besten Nachwuchsschauspieler Kölns, ausgezeichnet.

OLEANNA wurde in der Zwischenzeit zu den 2. Privattheatertagen nach Hamburg (4.-16. Juni 2013) eingeladen. Das Wolfgang Borchert Theater ist das einzige Theater bundesweit, das gleich mit zwei Produktionen auf dem Festival vertreten ist. Neben OLEANNA (Hamburger Kammerspiele am Sonntag, 9. Juni, 20 Uhr) ist auch BENEFIZ. JEDER RETTET EINEN AFRIKANER (Komödie Winterhuder Fährhaus am Montag, 10. Juni, 20 Uhr) für den Monica-Bleibtreu-Preis nominiert.

Pressestimmen

"Dass das Stück in Zeiten der Kachelmann- und Brüderle-Affären kein bisschen an Aktualität eingebüßt hat, beweist Meinhard Zangers Inszenierung, die er jetzt an seiner früheren Wirkungsstätte im Theater der Keller zeigt. [...] Dabei gibt es ein erfreuliches Wiedersehen mit Bernd Reheuser ('Der Freigeist') und Kellerkind Nagmeh Alaei - ein Paar, das aus dem Kammerspiel fulminant Funken schlägt." (Kölnische Rundschau)

"Ihre Rollen spielen beide mit größtem inkorrekten Vergnügen: Alaei kostet die passive Aggressivität Carols ebenso aus wie Reheuser das rebellische Gestrunze Johns, oft gelingt ihnen das derart überzeugend, das man ihre Figuren mit faulem Obst bewerfen möchte. Das Feuer, das Mamet einst mit 'Oleanna' entfachte, schüren sie lustvoll zur Weißglut." (Kölner Stadt-Anzeiger)

Ein perfides Machtspiel im Theater der Keller: Meinhard Zangers Gastspiel aus dem Wolfgang-Borchert-Theater Münster, 'Oleanna' von David Mamet, zwingt den Zuschauer in Zeiten von Sexismus-Skandalen zur intensiven Beschäftigung mit dem Thema und glänzt mit sensibler Vielschichtigkeit. [...]

Reheuser und Alaei verleihen ihren Charakteren Tiefe und Sensibilität. Das macht die Entscheidung für eine Seite schwer, die Menschlichkeit der Inszenierung überzeugt. Das Kammerspiel erlaubt räumliche Nähe zu den Spielern, macht große Gesten überflüssig und legt den Fokus auf Details, etwa wirkt die Wortklauberei, die mit der Political Correctness einhergeht, besonders quälend. Am Ende muss der Zuschauer selber entscheiden, wer für ihn das Opfer ist. Möglicherweise sind ja beide Opfer und Täter eines Systems, dass ihnen keine Wahl lässt. 'Oleanna' zeigt die Komplexität von Wahrheit. Von Carol und John lernt man, dass meist mehr als nur die eigene Sicht richtig ist.
(akT - Die Kölner Theaterzeitung)

"Zangers Version von Oleanna kehrt den Biss und den scharfen kritischen Unterton des Texts heraus, bleibt aber insofern angenehm moralinsäurefrei, als sie die Grenzen zwischen Moral und Recht bewusst verwischt und es vor allem dem Zuschauer nicht einfach macht, für eine Partei Sympathien zu entwickeln. Ein Theaterabend, der die Paradigmen der Macht in Wort und Bild eindrucksvoll demontiert." (kultura extra)

"Das Premierenpublikum war begeistert von Meinhard Zangers Inszenierung am Wolfgang-Borchert-Theater." (Westfälische Nachrichten)

"Nagmeh Alaei, die in der Rolle der Studentin erst schüchtern auftritt, entwickelt im Lauf des Abends eine Selbstgerechtigkeit geradezu teuflischen Ausmaßes. Parallel dazu vollzieht Bernd Reheuser den Niedergang des Professors. […] Eine eindrucksvolle Vorstellung." (RuhrNachrichten / Münstersche Zeitung)

"Wie die Faust aufs Auge! Zeitgemäßer kann ein Theaterstück kaum sein: Mit 'Oleanna' bringt das Münsteraner Wolfgang-Borchert-Theater jetzt ein Stück auf die Bühne, das wie ein listiger Kommentar zur aktuellen Sexismus-Debatte erscheint. [...] WBT-Intendant Meinhard Zanger hat 'Oleanna' selbst inszeniert, wohl um den Zündstoff wissend, der in dem harmlos daherkommenden Text steckt, und er schickt das Publikum durch ein subtil, ja fast hinterlistig angerichtetes Tauchbad der Gefühle. [...] Bei Nagmeh Alaei und Bernd Reheuser stimmen jeder Blick und jede Handbewegung. Das hat etwas von der Intensität einer Großaufnahme im Film. So gesehen ist 'Oleanna' auch großes Kino!" (Westfalium)

Hinweis

TERMINE SOLIDARITÄTS-GASTSPIEL 2012/13

Sa 20.4. | Fr 3.5.2013 [zum letzten Mal!] | Vorstellungsbeginn | werktags 20 Uhr, sonn- und feiertags 18 Uhr |

TICKETS | Abendkasse | 17,- / 12,- € | Hauseigener VVK | 16,- / 11,- € | Premieren | 20,- € [keine Ermäßigung – inkl. Büffet] | Ticket-Hotline 0221-31 80 59 | eMail | tickets@theater-der-keller.de | Online-Tickets | Offticket

THEATER DER KELLER | Kleingedankstr. 6 | 50677 Köln | Phone 0221-31 80 59 | Fax 0221-31 41 10 |

Text (verantw.):

kl

http://www.theater-der-keller.de

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Autor

David Mamet

Regie

Meinhard Zanger

Schauspieler

Nagmeh Alaei, Bernd Reheuser

Bühnenbild

Darko Petrovic

Kostüme

Darko Petrovic

Licht

Meinhard Zanger

Mitwirkende

Veronica Meierhöfer (Regie-Assistenz)

     Kölner Theaterkonferenz Mitglieder-Bereich    

szmtag